Penicillin aus dem Garten

Meerrettich (Armoricia rusticana) oder Kren, wie die Spreewälder ihn nennen, wurde bereits vor 2000 Jahren aus Südosteuropa und Westasien entdeckt, aber erst seit dem 16. Jahrhundert im Spreewald angebaut und genutzt. Durch die guten Bodenverhältnisse im Spreewald besitzt er besonders wertvolle Inhaltsstoffe.

So genannte Senföle, die für den stechend scharfen Geschmack verantwortlich sind, wirken antibakteriell, fiebersenkend sowie verdauungsfördernd. Ursprünglich diente der Meerrettich den Bewohnern als Heilpflanze bei Gicht, Rheuma, Arthritis sowie Kopf- und Zahnschmerzen. Erst seit 1937 wurde Meerrettich dann in Kleinstmengen in Konservierungsbetrieben verarbeitet. Trotz Technik erfordert der Anbau, die Ernte und Verarbeitung viel manuellen Arbeitsaufwand.
Eine gute Ernte versprach den Bauern eine hohe Einnahme. Denn schon die alten Griechen vor 1000 Jahren im Orakel zu Delphi sprachen:

"Radieschen ist sein Gewicht in Blei wert, Rettich in Silber,
  aber Meerrettich in Gold!"